Schwarzpunkt und Weißpunkt setzen

Durch die Anpassung von Schwarzpunkt und Weißpunkt holst Du den maximalen Kontrast aus einem Bild, ohne des es künstlich wirkt. Dafür bietet Lightroom zwei Möglichkeiten an, die ich Dir hier beide vorstelle.

Die Anpassung des Schwarz- und des Weißpunkts ist eine schnelle Möglichkeit, ein Foto kontrastreicher zu machen, ohne den Kontrastregler zu verwenden, der nach meinem Geschmack Fotos oft zu dunkel macht. Außerdem muss man ziemlich aufpassen, dass möglichst keine rein weißen oder rein schwarzen Bereich im Bild sind, denn diese tragen keine Information. Ein paar Pixel machen nichts, aber größere Flächen sehen nicht gut aus.

Dieses Bild von einem regnerischen Tag in Venedig ist ein bisschen zu dunkel und zu kontrastarm geraten.

Die Anpassung des Schwarz- und Weißpunkts „spreizt“ den Tonwertumfang so weit, dass die im RAW vorhandenen Helligkeitsinformationen so gut wie möglich genutzt werden. Mit Lightroom hast Du zwei Möglichkeiten, den Tonwertumfang einzustellen. Beide möchte ich Dir hier vorstellen und auch die Vor- und Nachteile nennen.

Schwarzpunkt und Weißpunkt automatisch setzen

Die schnellste Methode ist sicherlich der Doppelklick (genauer gesagt: zwei Doppelklicks) bei gleichzeitig gedrückter Hochstelltaste. Ziele mit der Maus auf das Wort „Weiß“ oder „Schwarz“ (oder auf den jeweiligen Regler), drücke die Hochstelltaste und mache einen Doppelklick. Lightroom stellt dann den Schwarz- und den Weißpunkt automatisch so ein, dass es keine oder nur sehr wenige Pixel im Bild gibt, die total schwarz oder total weiß sind.

Das Ergebnis kann manchmal ein bisschen überraschend sein, denn Adobe lässt einen Algorithmus den Schwarz- und Weißpunkt bestimmen, der das gesamte Bild analysiert. In dem Beispielbild führt das dazu, dass es einige wenige kleine Bereiche gibt, die komplett schwarz sind (im Kleid der alten Dame), was bei dem insgesamt dunklen Bild aber nicht stört.

Den Schwarzpunkt mit [Shift] und Doppelklick setzen
Insgesamt funktioniert der Automatismus für meinen Geschmack sehr gut. Wenn Du mehr Kontrolle haben möchtest, wendest Du die zweite Methode an.

Die überaus nützliche [Alt]-Taste

Rein vom Eindruck am Bildschirm lässt sich oft nicht beurteilen, ob man zeichnungslose Bereiche hat oder nicht. Aber auch für dieses Problem bietet Lightroom eine Lösung, die ich Dir am Beispiel des Schwarz-Reglers zeigen möchte.

Drücke die [Alt]-Taste und kriege keinen Schrecken, wenn das Bild weiß wird. Ziehe nun den Schwarz-Regler so weit nach links, bis die ersten schwarzen oder bunten Stipser erscheinen. Das sind die Pixel, die unterbelichtet sind. Schwarze Punkte haben gar keine Zeichnung mehr, bunte weisen auf eine Unterbelichtung in diesem Farbkanal hin.

In dem folgenden Screenshot habe ich absichtlich übertrieben, damit Du den Effekt deutlich sehen kannst.

Mit gedrückter [Alt]-Taste den Schwarzpunkt kontrollieren

Falls Dein Bild unterbelichtet war oder es starke Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen gibt, kann es sein, dass beim Drücken der [Alt]-Taste kein rein weißes Bild erscheint, sondern unterbelichtete Stellen schon anzeigt werden. Beim Weißpunkt ist es genau umgekehrt: das Bild wird schwarz und beim Bedienen des Reglers erscheinen weiße Pixel an den überbelichteten Stellen.

Wenn Du die Regler so ziehst, dass es keine über- oder unterbelichteten Stellen gibt, hast Du den technisch korrekten Tonwertumfang gefunden. Das heißt nicht unbedingt, dass das Bild perfekt ist. Vielleicht ist es wie in unserem Beispiel für die Bildaussage ja besser, wenn es dunkle Stellen gibt. Aber von einem technisch korrekten Ausgangsbild lassen sich die manuellen Feinkorrekturen viel zuverlässiger ausführen.

Übrigens funktionieren die Regler für die Lichter und Tiefen genauso, auch wenn es hier weniger nützlich ist. Und ein Doppelklick auf die Bezeichnung des Reglers setzt ihn wieder auf Null.

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