Schnelle Hilfe für zu hellen Himmel

Bestimmt kennst Du das auch: die Sonne scheint, bleibt aber hinter einem weißen Dunstschleier verborgen. Die Kamera-Automatik versucht das Beste daraus zu machen, aber das Ergebnis ist alles andere als toll: der Himmel wirkt wie eine weiße Wand und der Vordergrund verschwindet im Dunkel. Hier zeige ich Dir, wie Du solche Fotos in Lightroom mit einfachen Mitteln retten kannst.

Das Ausgangsbild

Als Beispiel soll ein Urlaubsfoto von Lanzarote dienen. An diesem Urlaubstag war der Himmel von einem Dunstschleier überzogen. Bei allen Fotos wurde der Himmel zu hell und der Vordergrund zu dunkel, wie Du auf dem unbearbeiteten Bild siehst:

Das Ausgangsbild: Zu heller Himmel, zu dunkle Schatten

Der Himmel ist eine diffuse helle Fläche ohne Struktur. Die Palmen und die Terrasse versinken im Schatten. Die Herausforderung besteht also darin, mehr Zeichnung in die hellen Teile des Bildes und die dunklen Teile heller zu kriegen. Immerhin ist das Bild nicht überbelichtet, wie ein kurzer Blick ins Histogramm zeigt. Das Histogramm zeigt die Verteilung der Tonwerte im Bild – in diesem Fall sind ein eindeutig zu viele Lichter, zu viele Tiefen und zu wenige Mitten. Das können wir ganz einfach im Grundeinstellungen-Panel korrigieren. Damit das Bild so aussieht, wie sich’s im Urlaub angefühlt hat.

Grundeinstellungen

Anstatt gleich zu Anfang kompliziert herumzubasteln, drehen wir erst einmal die Lichter komplett herunter (auf -100) und die Tiefen komplett herauf (+100). Das sieht nicht besonders gut aus – und im nächsten Schritt machen wir’s sogar erst einmal noch schlimmer.

Wir ziehen den Regler für Weiss so weit nach rechts und den Regler für Schwarz so weit nach links, bis das Warndreieck für den Lichter- bzw. Tiefenbeschnitt auftaucht. Das sind die kleinen Dreiecke oben rechts und links im Histogramm.

Das Ergebnis sieht zunächst einmal nach schlechtem HDR und ziemlich unrealistisch aus. Aber keine Sorge, es ist ja nur ein Zwischenergebnis, bei dem es darum ging, dass möglichst alle Tonwerte im Bild vorhanden sind.

Schritt 1: Lichter, Tiefen, Weiss und Schwarz bearbeiten

Feinjustierung

Während die ersten Schritte sozusagen technisch waren und im Prinzip auf jedes Landschaftsbild angewendet werden können, kommt es jetzt auf Dein Auge an. Das Bild wirkt seltsam, weil die Schatten viel zu hell geworden sind. Wir ziehen den Regler für die Tiefen also wieder ein Stückchen nach links, bis die Schatten realistisch wirken. Ich finde, dass das bei einem Wert von ungefähr 60 erreicht ist, aber das ist persönlicher Geschmack. Alles zwischen ca. 50 und 70 wäre auch OK.

Die Wolken sehen mir noch zu sehr nach drohendem Regen aus. Um sie aufzuhellen, ziehe ich den Regler für die Lichter wieder ein wenig nach rechts. Hier gefällt mir ein Wert von ungefähr 75.

Das Foto nach der Bearbeitung

Wie stark Du an den Schatten und Lichtern arbeiten musst, hängt stark vom konkreten Bild ab. Vielleicht könnte man dem Bild auch noch etwas mehr Kontrast und Dynamik geben. Da es mir nur um eine schnelle Bearbeitung ging bin ich jetzt erst einmal zufrieden.

Zum Vergleich noch einmal das Ausgangsbild und die Bearbeitung:

Tipp

Die Vorgehensweise eignet sich für fast alle Landschaftsfotos. Du kannst Zeit sparen, indem Du die Einstellung für Lichter (-100) und Tiefen (+100) als Nutzervorgabe (Preset) speicherst. Dann kannst Du beide Regler mit einem Klick verschieben oder sogar gleich beim Import der Bilder automatisch anwenden.

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