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Performance von Lightroom verbessern

Lightroom ist ein mächtiges und beliebtes Werkzeug für Fotografen. Bei aller Beliebtheit hört man allerdings oft, dass Lightroom schon mal langsam, sehr langsam werden kann. Und das auch auf Systemen, die eigentlich sehr gut ausgestattet. Hardware ist aber nur ein Aspekt, der bei der Performance von Lightroom ein Rolle spielt. Dieser Post zeigt Dir die verschiedenen Faktoren, die Einfluss auf die Performance von Lightroom haben.

Basics für eine bessere Performance von Lightroom

Hardware

Die Performance von Lightroom fängt bei der Hardware an. Du solltest sicherstellen, dass Dein Computer die Systemanforderungen von Lightroom erfüllt und genug RAM vorhanden ist. Das ist in der Regel bei einem halbwegs aktuellen Computer kein Problem.

Es lohnt sich aber, einen Blick auf die Festplatte zu werfen. Sie sollte mindestens noch 20% freien Speicherplatz haben und hinreichend schnell schreiben. Eine SSD ist klar im Vorteil und bei einem FusionDrive sollten der Katalog und die Vorschauen auf dem SSD-Teil liegen.

Auch bei einer normale Festplatte gibt es auch Unterschiede in der Schreibgeschwindigkeit. Schneller ist immer besser. Bedenke das z.B., wenn Du Bilder und/oder den Lightroom-Katalog auf einer externen Platte lagerst. Bei einer externen Festplatte kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: die Schnittstelle. Damit Lightroom flott läuft, sollte eine externe Platte mit USB 3.0 oder Thunderbolt an den Computer angeschlossen sein. Bei älteren Standards wird Lightroom schon mal langsam.

Beim Thema RAM solltest du noch einen Blick auf PhotoShop werfen, wenn Du damit parallel zu Lightroom arbeiten möchtest. PhotoShop greift sich in der Standardeinstellung bis zu 70% des RAM. Das kann dann je nach Ausstattung doch mal eng für Lightroom werden. Eine Anleitung, wie Du den RAM-Bedarf von PhotoShop anpasst, findest Du auf den Hilfeseiten von Adobe.

Software

Das Thema Software ist kurz: Verwende die aktuellste Version von Lightroom und aktuellste Version von macOS.

Bei macOS werden die Treiber für Grafikkarte u. ä. mit dem Betriebssystem zusammen aktualisiert. Das steht nicht immer im Detail in den Feature-Listen für Updates, daher solltest Du Dein Betriebssystem grundsätzlich aktuell halten.

Bei Lightroom gibt es mit nahezu jeder neuen Version auch Performance-Verbesserungen. Zwar solltest Du mit einem Update ein paar Tage warten und es nicht gleich mit Veröffentlichung installieren, aber grundsätzlich gilt für Lightroom, dass die aktuellste Version in der Regel auch die flotteste ist.

Performance von Lightroom verbessern: Vorschau-Einstellungen

Die 1:1-Vorschau wird von Lightroom benötigt und automatisch erzeugt, falls sie noch nicht vorhanden ist. Das passiert sobald Du entweder im Bibliotheksmodul in ein Bild hinein zoomst oder Du in das Entwicklungsmodul wechselst. Im Alltag bedeutet das, dass Du mehr oder weniger lang warten musst, wenn Du mit einem Bild arbeitest, zu dem Lightroom noch keine 1:1-Vorschau zur Verfügung hat.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Welche für Dich geeignet ist, hängt von Deinem Workflow und Deiner Festplattengröße ab.

1:1-Vorschau beim Import erstellen

Du kannst Lightroom die 1:1-Vorschauen direkt beim Import erstellen lassen. Dabei werden auch die beiden anderen Vorschaugrößen, die Lightroom benötigt, automatisch mit erstellt.

Ausschnitt Import-Dialog – Dateiverwaltung mit Vorschaueinstellung „1:1“

Das verlangsamt den Import aber erheblich. Daher eignet sich diese Einstellung nur, wenn Du Deine Bilder importierst und dann Lightroom erstmal eine Weile Zeit geben kannst, bevor Du mit der Bearbeitung der Bilder beginnst.

1:1-Vorschau bei Bedarf erstellen

Wie oben geschrieben, erzeugt Lightroom die 1:1-Vorschau bei Bedarf automatisch, wenn sie noch nicht vorhanden ist. Wenn du also lieber gleich nach dem Import Deine Bilder anschauen und z.B. bewerten möchtest, wählst Du für den Import die Einstellung „Standard“ bei der Vorschaugenerierung und wartest dann kurz, wenn Du ein Bild vergrößerst oder entwickelst.

Ausschnitt Import-Dialog – Dateiverwaltung mit Vorschaueinstellung „Standard“

Adobe schlägt vor, beim Import die Standardvorschau mit der Einstellung „Automatisch“ (entspricht Bildschirmauflösung) und mit mittlerer oder niedriger Qualität zu generieren. Damit werden Vorschauen erstellt, die zu der Auflösung des verwendeten Bildschirms passen. Die 1:1-Vorschauen werden dann von Lightroom bei Bedarf erzeugt.

Wenn Du allerdings beim Import Zeit hast und danach sowieso gleich in jedes Bild einmal hineinzoomst und schaust, ob es wirklich scharf ist, ist es für Dich besser, die 1:1-Vorschauen gleich beim Import zu erzeugen und in der Zeit einen Kaffee zu trinken.

Wenn Du unterwegs bist und nur schnell die Bilder in Lightroom importieren möchtest, kannst Du beim Import nur eine minimale Vorschau erstellen lassen. Dann geht der Import so schnell wie Deine anderen Komponenten (z.B. der Kartenleser) das zulassen und später kannst Du alle importierten Bilder markieren und über das Menü „Bibliothek > Vorschauen > 1:1-Vorschauen erstellen“ den Vorschaugenerierung gezielt anstossen.

Ausschnitt Import-Dialog – Dateiverwaltung mit Vorschaueinstellung „Minimal“

1:1-Vorschau solange wie möglich behalten

Wenn Du häufiger an den gleichen Bildern arbeitest, solltest Du einen Blick in den Dialog „Katalogeinstellungen“ und dort in den Tab „Dateiverwaltung“ werfen. Hier kannst Du sehen, wie groß Dein Vorschau-Cache ist, und einstellen, wie groß die Vorschaubilder als Standard erstellt werden und wie lange die 1:1-Vorschauen aufgehoben werden.

Katalogeinstellungen – Dateiverwaltung

Die Standardeinstellung ist 30 Tage, danach werden die Vorschauen verworfen. Wenn Du also weißt, dass Du länger als einen Monat aktiv an Deinen Bildern arbeitest und viel Platz auf der Festplatte hast, kannst Du diese Einstellung auf „Nie“ ändern.

Wenn Du Deine Bilder gleich nach der Aufnahme komplett fertig bearbeitest, kannst Du den Wert auf „Nach einer Woche“ oder „Nach einem Tag“ verringern und so Platz auf der Festplatte sparen.

Was Du beim Vorschau-Cache beachten solltest

Speicherort des Vorschau-Cache

Der Lightroom-Katalog [Lightroom Catalog Previews.lrcat] und der Vorschau-Cache [Lightroom Catalog Previews.lrdata] sollten immer im gleichen Verzeichnis liegen. Standardmäßig ist das nach der Installation so. Falls Du den Katalog an einer anderen Stelle abspeicherst, verschiebe den Vorschau-Cache ebenfalls an diesem Speicherort.

Außerdem solltest Du darauf achten, dass der Vorschau-Cache nicht auf einer langsamen Festplatte liegt. Er wird für nahezu jede Anzeige in Lightroom benötigt und jede Änderung im Entwicklungsmodul führt zu einer Neuerzeugung und Speicherung der Vorschauen im Vorschau-Cache.

Größe des Vorschau-Cache

Unter „Voreinstellungen > Dateiverwaltung“ kannst Du die Größe des Vorschau-Cache einstellen. Wenn Du Performance-Probleme gerade auch mit den Vorschauen hast, setze den Wert hoch. Wenn es Deine Festplatte hergibt, probiere ruhig Werte zwischen 10-20GB aus. Aber auch kleinere Anpassungen sollten schon einen Effekt machen.

Voreinstellungen – Tab Dateiverwaltung – Highlight auf den Camera Raw Cache-Einstellungen

Performance von Lightroom verbessern: Im Entwicklungsmodul

Reihenfolge der Bearbeitungen

Beim Entwickeln von Bildern in Lightroom kann es schnell zu Performance-Einbußen kommen, wenn Du die Bearbeitungsschritte in der „falsche“ Reihenfolge machst. Als Faustregel kannst Du Dir merken: erst globale Anpassungen, dann lokale Anpassungen. Die von Adobe empfohlene Reihenfolge bei der Bearbeitung ist:

  1. Bereichsreparatur
  2. Geometrische Anpassungen (Freistellen, Transformieren)
  3. Globale Anpassungen
  4. Lokale Anpassungen (Korrekturpinsel wenn möglich zuletzt!)
  5. Details (Rauschen, Schärfe)

Lokale Anpassungen gehen oft deutlich auf die Performance. Die Ansichten brauchen danach länger bis sie aktualisiert sind und das kann ziemlich zäh werden, wenn man viel mit dem Korrekturpinsel gearbeitet hat. Das gilt insbesondere auch dann, wenn man mit dem Pinsel-Werkzeug in anderen Werkzeugen radiert (gelöscht) hat. Meiner Erfahrung nach wirken sich dagegen Verlaufsfilter und Radial-Filter ebenso wenig negativ auf die Performance aus wie die Bereichsreparatur.

Das Protokoll

Es gibt keine Limitierung, wie viele Bearbeitungsschritte das Protokoll von Lightroom erfassen kann. Allerdings kann die Performance deutlich in die Knie gehen, wenn man an einem Bild mehrere hundert Bearbeitungsschritte gemacht hat, die alle im Protokoll verfügbar sind. Das kann schnell gehen, wenn man viele, viele kleine Spots mit der Bereichsreparatur entfernt hat.

Wenn das Protokoll sehr lang wird, solltest Du es löschen oder einen Schnappschuss machen. Grundsätzlich solltest Du Dir angewöhnen, jede Änderung, die Du nicht unbedingt benötigst, rückgängig zu machen (Schieberegel zurück auf „0“ oder die vorherigen Position, am besten mit ⌘Z).

Entwicklungsvorgaben

Wer Entwicklungsvorgaben jagt und sammelt, kommt schnell auf eine ansehnliche Menge. Du darfst dabei aber nicht vergessen, dass für jede Entwicklungsvorgabe, die Lightroom beim Start lädt, eine Vorschau für diese Entwicklungsvorgabe erstellt wird. Das können also ziemlich schnell ziemlich viele Vorschauen werden. Adobe empfiehlt daher, es bei <2000 Entwicklungsvorgaben (<1000 für Lightroom 5) zu belassen. Wenn Du nun denkst, so viele habe ich nie und nimmer, dann schau‘ einfach mal nach und klappe alle Verzeichnisse Deiner Entwicklungsvorgaben auf.

Prozessversion

Derzeit ist die aktuelle Prozessversion 2012. Mit den Anpassungen, die diese Prozessversion gebracht hat, hat sich aber auch die Darstellung im Entwicklungsmodul ein klein wenig verlangsamt. Die Prozessversion 2010 ist daher zwar nicht die aktuellste, aber ein Quentchen flotter.

Performance von Lightroom verbessern: Weitere nützliche Einstellungen

Das automatische Schreiben der XMP deaktivieren.

Wenn Du die Einstellung „Änderungen automatisch in XMP speichern“ deaktivierst, schreibt Lightroom alle Änderungen, die Du an Bildern machst (Metadaten und Entwicklungen) in den Katalog. Das geht schneller, als das Schreiben der einzelnen XMP-Datei pro verändertem Bild. Ein großer Nachteil ist aber, dass Du die Anpassungen dann nur noch innerhalb von Lightroom siehst und nicht mehr direkt in z. B. Bridge.

Katalogeinstellungen – Metadaten – mit aktivierter Funktion „Änderungen automatisch in XMP speichern“

Den Katalog von Lightroom regelmäßig optimieren

Der Lightroom-Katalog ist eine Datenbank und freut sich wie jede Datenbank über regelmäßige Pflege. Am einfachsten stellst Du im Dialog „Katalog sichern“ ein, dass Lightroom den Katalog bei jedem Schließen automatisch optimiert und ein Backup erstellt. Das Schließen von Lightroom kann dann ein bisschen dauern, je nachdem wie groß Dein Katalog ist. Bei Bedarf und wenn’s mal schnell gehen musst, kannst Du das Optimieren beim Schließen manuell überspringen. Im Normalfall ist der Katalog auf diese Weise immer optimiert und Du hast regelmäßige Backups für den Fall der Fälle.

Dialog „Katalog“ sichern mit aktivierten Einstellungen „Vor dem Sichern Integrität testen“ und „Katalog nach dem Sichern optimieren“

Hochauflösende Displays

Wenn Du Lightroom mit hochauflösenden Displays (Retina, 4K/5K) verwendest, kann es sein, dass Lightroom langsamer ist. In dem Fall kannst Du entweder die Größe des Lightroom-Fensters verringern oder darauf achten, dass Du im Navigator nur die 1:2 oder 1:3 Ansicht verwendest.

Fazit

Es gibt viele Stellschrauben, die die Performance von Lightroom beeinflussen. Den größten Einfluss auf die Performance davon haben: Vorschauen und Reihenfolge/Menge der Entwicklungsschritte. Für beides gibt es keine Patentlösung, die für alles und jeden passt. Du musst für Deinen Workflow die jeweils passenden Optionen wählen.

Quellen

  1. https://helpx.adobe.com/lightroom/kb/optimize-performance-lightroom.html
  2. https://helpx.adobe.com/lightroom/kb/performance-hints.html

 

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