Ein eigenes Kameraprofil als Standardentwicklungseinstellung festlegen

Lightroom interpretiert ein RAW-Foto anhand eines Kameraprofils. Normalerweise ist hier „Adobe Standard“ eingestellt, was für viele Kameras auch prima funktioniert. Viele Kameras bringen aber ein eigenes Profil mit, mit dem Du oft bessere Ergebnisse erzielen kannst. Bei meiner Olympus OMD E-M1 ist das ganz sicher so.

Man kann das Kameraprofil ändern, nur ist es im Entwicklungspanel ganz unten versteckt. Es ist sehr lästig, bei jedem Bild erst einmal nach unten zu scrollen, das Kameraprofil zu ändern und dann wieder nach oben zu scrollen, um mit der eigentlichen Entwiclung zu beginnen.

Das geht viel einfacher, indem Du eigene Standardentwicklungseinstellungen festlegst!

Eine Standardentwicklungseinstellung festlegen

Die offensichtliche Option ist, das Kameraprofil der Wahl als Preset (Entwicklungsvorgabe) anzulegen und beim Import anzuwenden, aber es geht noch besser und einfacher:

Du nimmst ein frisch importiertes oder noch nicht entwickeltes Bild aus der betreffenden Kamera und öffnest das Entwicklungsmodul. Dort machst Du nichts anderes als nach unten zum Panel „Kamerakalibrierung“ zu scrollen und dort das Kameraprofil Deiner Wahl einzustellen.

Kameraprofil einstellen

Nun gehst Du nach oben in das Menü „Entwickeln“ und wählst dort den Unterpunkt „Standardeinstellungen festlegen…“ aus.

Dialog Entwickeln > Standardeinstellungen festlegen

Im nächsten Schritt wirst Du in einem Dialog gefragt, ob Du die Standardeinstellung wirklich ändern möchtest.

Standardentwicklungseinstellungen für ein Kameramodell festlegen

Wenn Du den Dialog mit „Auf aktuelle Einstellungen aktualisieren“ bestätigst, verwendet Lightroom ab sofort für jedes neu importierte Bild dieses Kameramodells das nun hinterlegte Profil als Standardentwicklungseinstellung. Die Bilder aller anderen Kameramodelle bleiben von dieser Änderung unberührt. Du kannst aber für jedes Kameramodell eigene Einstellungen hinterlegen. Das spart etliche Klicks und das Import-Preset.

Standardentwicklungseinstellungen können spezifisch für Seriennummer und ISO-Wert sein

Lightroom bietet in den Voreinstellungen unter Vorgaben an, Standardentwicklungseinstellungen in Abhängigkeit von der Seriennummer der Kamera und dem ISO-Wert festzulegen. Wenn es nur um das geeignete Kameraprofil geht, brauchst Du hier nichts zu aktivieren. Aber Du hast die Möglichkeit, so spezifisch zu werden, wie Du möchtest. Theoretisch kannst Du für jede Kombination aus den von Dir verwendeten Kameras mit den verschiedenen ISO-Werten eine individuelle Standardentwicklungseinstellung festlegen.

Dialog Voreinstellungen > Vorgaben > Standardentwicklungseinstellungen für Seriennummer und ISO-Wert

Der Dialog „Standardentwicklungseinstellungen festlegen“ zeigt Dir in dem Fall genau an, für welche Kombination Du gerade einen neuen Standard setzt.

Standardentwicklungseinstellungen für eine Serienummer und ISO-Wert festlegen

Grundsätzlich kannst Du natürlich auch weitere Einstellungen in diese Standardentwicklungseinstellung hineinpacken. Das meiste, was Du im Entwicklungsmodul einstellst, wird übernommen (eine Ausnahme ist z.B. der Beschnitt). Ich verwende die Standardentwicklungseinstellung nur für das Kameraprofil, da ich alle anderen Anpassungen lieber individuell für jedes Bild vornehme.

Standardentwicklungseinstellungen zurücksetzen

Falls Du mal den Überblick über die von Dir gesetzten Standardentwicklungseinstellungen verlierst, kannst Du auf die Standardeinstellung von Lightroom zurücksetzen, in dem Du über das Menü „Entwickeln > Standardeinstellungen festlegen…“ den entsprechenden Dialog aufrufst und hier nun „Adobe-Standardeinstellungen wiederherstellen“ auswählst.

Standardentwicklungseinstellungen – Standard wiederherstellen

Bitte beachte, dass dies nur mit Bildern funktioniert, die Du neu in Deinen Lightroom Katalog importierst (Classic oder ältere Versionen). Für den Import über Lightroom CC funktioniert es nicht und auf bereits importierte Bilder wird die neue Standardentwicklungseinstellung nicht rückwirkend angewendet.

 

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