Benutzervorgaben

Benutzervorgaben (Presets) richtig einrichten und anwenden

Benutzervorgaben (User Presets) sind ein mächtiges Werkzeug, mit dem Du viel Zeit sparen kannst, wenn Du sie richtig einrichtest und anwendest. Sie sind eigentlich ganz einfach, wenn man einmal das Grundprinzip verstanden hat.

Lightroom kennt zwei Arten von Vorgaben: diejenigen, die bei der Installation mitgeliefert werden, und solche, die man als Nutzer selbst anlegen kann. Beide finden sich im Entwicklungs-Modul im Vorgaben-Panel. Vorgaben werden oft auch mit dem englischen Begriff „Presets“ (bzw. „User Presets“) bezeichnet. Das schöne an der englischen Sprache ist ja unter anderem, dass sie kürzer ist als die deutsche – wir verwenden trotzdem den Begriff „Vorgaben“ bzw. „Benutzervorgaben“, denn so werden sie in der Oberfläche von Lightroom bezeichnet.

Vorgaben-Panel

Wozu dienen Benutzervorgaben?

Benutzervorgaben sind dann nützlich, wenn Du immer wieder die gleichen Einstellungen bei der Bildbearbeitung vornimmst. Meist als Ausgangspunkt für eine differenziertere Bearbeitung. Eine solche Standardeinstellung habe ich in dem Beitrag über „Schnelle Hilfe für zu hellen Himmel“ beschrieben: man fängt eigentlich immer damit an, die Lichter und die Schatten auf einen bestimmten Wert zu setzen und geht dann erst in die eigentliche Bearbeitung.

Ein anderes Beispiel ist die Objektivkorrektur, die man oft als erstes anwendet. Hier lohnt sich eine Benutzervorgabe, die Du sogar automatisch beim Import von Bildern anwenden lassen kannst.

Mit Benutzervorgaben kannst Du praktisch alle Einstellungen, die Du im Entwicklungsmodul vornehmen kannst, mit einem Klick erledigen. Viele kommerzielle Anbieter nutzen das aus, und versprechen z.B. den romantischen Sommerlook auf einen Klick. Da wird dann mit einen Klick die Belichtung verändert, die Farbtemperatur und der Kontrast angepasst, die Klarheit verringert usw. usw. Das funktioniert meistens, aber eben nur meistens und nur bei korrekt belichteten Bildern.

Ich finde ein modulares System von eigenen Benutzervorgaben sinnvoller, die Du bei Bedarf aufeinander aufbauend nacheinander anwenden kannst. So oder so: auf die Dauer kannst Du ganz schön viele Klicks sparen, wenn Du Benutzervorgaben anlegst und anwendest.

Wie richtet man in Lightroom eine Benutzervorgabe ein?

Es ist ganz einfach, eine Benutzervorgabe einzurichten: Du bearbeitest ein beliebiges Bild (erhöhst z.B. die Belichtung auf +1) und klickst dann im Menü auf „Entwickeln“ > „Neue Vorgabe“ oder drückst die Tastenkombination [Shift]+[cmd]+[N]. Es erscheint ein Benutzerdialog, in dem Du angibst, in welchem Ordner die neue Vorgabe gespeichert werden und wie sie heißen soll. Der Hauptteil des Dialogs besteht aus einer Menge von Checkboxen, mit denen Du festlegst, welche Einstellungen des aktuellen Bildes in die Benutzervorgabe übernommen werden sollen.

Und da muss man genau aufpassen.

Benutzervorgaben: Standard-Dialog

Wenn Du nämlich an mehr als einer Einstellung gedreht hast, möglicherweise sogar in einem Panel, das gerade nicht geöffnet ist, wird sie mit gespeichert. Das kann Absicht sein oder auch nicht und zu ziemlichen Überraschungen führen, wenn Du die Benutzervorgabe auf ein anderes Bild anwendest.

Welche Einstellungen sind sinnvoll?

Nehmen wir einmal an, dass Du ein Bild nach meiner Methode für zu hellen Himmel bearbeitet hast. Du hast dann die Lichter auf -100 gesetzt und die Tiefen auf +100. Außerdem hast Du nach Augenmaß die Weiß- und die Schwarzbeschneidung gesetzt sowie anschließend ebenfalls nach Augenmaß die ziemlich radikale Bearbeitung der Lichter und Tiefen wieder ein bisschen zurück genommen. Vielleicht hast Du die Bearbeitung auch weiter verfeinert und die Gradationskurve bearbeitet, das Bild geschärft, die Sättigung verändert usw.

Du könntest nun diese Einstellungen als Benutzervorgabe speichern, aber das wäre nicht besonders sinnvoll, denn sie würde nur für solche Bilder ein gutes Ergebnis erzielen, die genau gleich sind wie das Ausgangsbild.

Viel sinnvoller ist es, nur die erste Standardbearbeitung (Lichter -100, Tiefen +100) zu speichern. Du klickst also alle Häkchen weg und lässt nur die Checkboxen bei „Lichter“ und bei „Tiefen“ aktiviert (schneller geht das über den Button „Nichts auswählen“ und dann die beiden Checkboxen aktivieren).

Benutzervorgaben: Nur die notwendigen Optionen auswählen

Nach dem Speichern hast Du nun eine Benutzervorgabe, die Du auf alle Bilder mit ähnlichen Problemen anwenden kannst. Nach diesem standardmäßigen ersten Schritt folgen dann die individuellen Bearbeitungsschritte.

Benutzervorgaben kombinieren

Nehmen wir weiter an, dass Deine Fotos immer ein bisschen zu „flau“ findest, wie sie aus der Kamera kommen, und dass Du oft den Kontrast erhöhst, indem Du im Gradationskurven-Panel die Punktkurve für „Mittleren Kontrast“ wählst. Du würdest nun einfach eine weitere Benutzervorgabe anlegen und das Häkchen nur bei „Gradationskurve“ setzen.

Du kannst dann die beiden Benutzervorgaben nacheinander anwenden: zum Beispiel zuerst die Vorgabe für Höhen und Tiefen, danach die für den Kontrast. Anschließend musst Du dann nur noch ein bisschen feinjustieren. Die Reihenfolge ist völlig egal, da die Vorgaben sich nicht gegenseitig beeinflussen.

Bei kommerziellen Presets werden oft viele Entwicklungeinstellungen auf einmal gesetzt. Wenn Dir bei einem Preset der Kontrast gefällt, aber nicht die Behandlung der Tiefen und Lichter, und beim anderen Preset ist es umgekehrt, bist Du aufgeschmissen.

Benutzervorgaben aktualisieren oder löschen

Wenn Du mit der rechten Maustaste auf den Namen der Benutzervorgabe klickst, siehst Du im Kontextmenü die Option „Mit den aktuellen Einstellungen aktualisieren“. Ein Klick darauf öffnet den Benutzerdialog, in dem Du einstellen kannst, welche Einstellungen gespeichert werden sollen.

Wenn Du eine Benutzervorgabe komplett löschen möchtest, klickst Du mit der rechten Maustaste auf den Namen und wählst aus dem Kontextmenü die Option „Löschen“.

Zusammenfassung

Benutzervorgaben sind nützlich,

  • wenn Du immer wieder angewendete Bearbeitungen mit einem Klick erledigen willst und
  • wenn Du sie sinnvoll modular aufbaust.

Wie verwendest Du Benutzervorgaben? Welche Erfahrungen hast Du mit kommerziellen Presets gemacht? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.

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